Projekte mit geflüchteten Menschen

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Seit zwei Jahren arbeite ich in verschiedenen Projekten mit geflücheten Menschen und mein Studium der Ethnologie und Islamwissenschaft sind eine wichtige Voraussetzug für diese Arbeit.
Völkerwanderungen hat es schon seit jeher gegeben,allerdings leben wir in einer sehr stratifizierten Gesellschaft und einem sehr differenziertem System. Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ eine große Herausforderung in Deutschland geworden und in den verschiedenen Unterkünften merkt man die Notstände sehr deutlich: Viel zu wenig Menschen auf viel zu kleinem Raum. Die Menschen haben verschiedene ethnische Hintergründe und sind dadurch unterschiedlich sozialisiert. In der Ethnologie wird man immer wieder mit dem Begriff des Kulturrelativismus konfrontiert, der sich einer allgemein gültigen Ethik widerspricht und davon ausgeht, dass bestimmte Phänomene einer Kultur nicht in eine andere übersetzbar sind. Für mich wird dieses Phönomen sehr deutlich, wenn ich verschiedene Sprachen betrachte: Es gibt selten eine eins zu eins Übersetzung, die in zwei Sprachen den selben Sinn hat, vor allem wenn es sich um Sätze, Ausdrücke, Metaphern oder Sprichwörter handelt. Schon der Klang einer Sprache, die Melodie und die Tonlagen unterscheiden sich voneinander. Die Sozialisation lässt uns annehmen, dass bestimmte Regeln richtig sind und andere falsch, da wir bestimmte gesellschaftliche Werte und Normen schon als Kinder gelernt haben. So kann es zu Konflikten kommen, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinander treffen, besonders wenn der Raum beengt ist.

Wo dem Menschen manchmal Grenzen gesetzt werden, da können sie in der Kunst überwunden werden. Kreativität leitet sich etymologisch von dem lateinischen Wort „creare“ ab, was so viel wie „zeugen, gebären, schaffen, bzw. erschaffen“ heißt und deutlich macht, dass wir dabei etwas von Innen nach Außen transformieren. Für diesen Prozess braucht man meist nicht viel, vielleicht weiße Blätter, Stifte, oder andere Materialien, vielleicht Musik, im optimalen Fall einen Raum als Schutz vor Regen, Kälte oder auch Hitze und ganz sicher viel Spaß und Offenheit für das, was passiert.

Mit dieser Idee habe ich bei verschiedenen Projekten mitgewirkt: Der Phönix – FreiZeitSchule, dem Tanzprojekt We Are You, dem Capoeira-Projekt Soulfighter und dem Lotsen-Projekt als Hilfe zur Integration in den Stadtteil Altona/Bahrenfeld.